Farbe – Material – Zeitgeist // Ganzheitliche Umbaukultur im Bestand

Farbe und Material als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung im Bestand – dieses Thema stand im Zentrum meines Seminars bei der RAL Akademie in Bonn.

Das Seminar richtete sich an Innenarchitektinnen, Architektinnen, Designerinnen und Planerinnen, die Bestandsgebäude mit einem ganzheitlichen Ansatz sanieren, umbauen und atmosphärisch neu gestalten wollen.

Am Vormittag lag der Fokus auf der theoretischen Grundlage: Methoden der Farbgestaltung, die Zusammensetzung von Anstrichmitteln und ihre Wirkung auf Raum und Wahrnehmung, baukulturelle Entwicklungen im Zusammenspiel von Farbe und Material sowie der konkrete Mehrwert, den eine bewusste Farbgestaltung für Atmosphäre und Aufenthaltsqualität im Bestand leisten kann.

Nachmittags verlagerte sich der Fokus in die Praxis. In Gruppenarbeiten wurden anhand konkreter Projekte unterschiedliche Nutzungen bearbeitet und Farbe stets im Kontext gedacht. Ergänzt wurde dies durch Farbabmusterungen im Außenraum und Wahrnehmungsübungen unter wechselnden Lichtbedingungen.

Es war ein intensiver Austausch mit engagierten Teilnehmenden und eine anschauliche Bestätigung, dass Farbe und Material insbesondere im Bestand mehr sind als Oberfläche.

Farb- und Materialkonzept Finanzamt, Köln

 

Für die teils denkmalgeschützten Finanzämter Köln-Süd und Köln-Altstadt, hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW ein Material- und Farbkonzept beauftragt.

Insbesondere die sehr heterogenen Bodenflächen, die über die Jahre immer ergänzt und repariert wurden, wurden im Gestaltungskonzept bearbeitet.
Dabei ging es nicht nur um die farbliche Zuordnung der Flächen zu den drei verscheidenen Baukörpern, sondern auch um eine nachhaltige Farbgestaltung.
Derher wurde der in den Bestandflächen vorhandene PVC durch einen Kautschukboden ersetzt.

Sanierung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses, Köln

 

Im heterogenen Kölner Stadtteil Ehrenfeld wird derzeit noch die Sanierung eines Einfamilienhauses im Denkmalschutz fertiggestellt.

Bauherrenwunsch war ein leuchtendes Fassadenkonzept, was in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege entstanden ist. Die Fenster und das Tor im Bestand wurden in den 80er Jahren Blau gestrichen. Blautöne entsprachen aber nicht der Epochenfarbigkeit, so dass eine Grünnuance für die Holzrahmen gewählt wurde, die zum französischen Ocker der neugestalteten Stilfassade passt und auch im Hinterhof mit der Backsteinfassade gut harmoniert. Die Raume im Inneren wurden komplett entkernt und die Wände mit wohngesunden Kalkputzen versehen.

Im Bereich des historischen Treppenhauses muss der Anstrich der Holztreppe im Bestand besonderen Brandschutzanforderungen entsprechen und wird farblich fein nuanciert.

Bald mehr!