Farbe feiern am Pfefferberg

Farbe feiern am Pfefferberg

Fotos: Eric-Jan Ouwerkerk

Eine Dekade FARBARCHITEKTUR – gefeiert unter dem Motto „Schillernd“ im Aedes Network Campus in Berlin.

Warum Berlin? Meine Studienzeit dort war eine prägende Lebensphase. Nach vielen Jahren in Köln und vorher in den Niederlanden habe ich mich bewusst entschieden, Berlin wieder stärker in mein Leben zu holen und persönliche wie berufliche Verbindungen zu vertiefen.

Der Pfefferberg bot dafür den passenden Rahmen – ein Ort, an dem mit der Aedes Galerie, der Tchoban Foundation sowie den Ateliers renommierter Künstler Architektur, Kunst und Gastronomie im urbanen Kontext zusammenkommen.

Den Tagesauftakt bildete eine Führung in kleiner Gruppe durch die Ausstellung „Otto Wagner – die Moderne zeigen“ im Museum für Architekturzeichnung, die in Kooperation mit dem Wien Museum entstanden ist.

Die Ausstellung zeigt Otto Wagner als Wegbereiter der Moderne und beleuchtet ebenso seine wegweisende Arbeit in der Innenarchitektur. Wagner zählt zu den wenigen Architekten, denen ein eigener Farbton zugeschrieben wird: das sogenannte „Otto-Wagner-Grün“, auch bekannt als RAL 6011 Resedagrün. Wie sich dieser Farbton in den 1950er-Jahren durch neue Pigmententwicklungen verändert hat, sowie viele weitere spannende Einblicke in Wagners Werk waren Teil des Ausstellungsbesuchs.

In meinem Vortrag „Farbwege“ habe ich persönliche Einblicke in meinen Werdegang geteilt:
Was mich geprägt hat. Welche Entscheidungen richtungsweisend waren und wie sich im Laufe der Jahre Kreise geschlossen haben.

Ohne Licht keine Farbe.

Ein ganz besonderer Moment war daher die Liveschaltung zur Finissage nach Frankfurt, von der aus die Lichtkünstlerin Prof.Jacqueline Hen im Rahmen eines Artist Talks aus der Galerie 3AP heraus eindrucksvoll über ihre Arbeit und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Wahrnehmung sprach.

Kennengelernt habe ich ihr Werk 2018 über die mit dem International Light Art Award ausgezeichnete Installation „Light High“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna. Mich fasziniert die Komplexität und poetische Kraft ihrer Arbeiten.

Den Abend hat DJ hellgA von Female Music Force mit guter Energie gefüllt und für tolle Tanzstimmung gesorgt.

A@W Newsletter DACH // Juni 2024 Zwischentöne – leise Farbkonzepte in der (Innen-)Architektur

Stampflehmwände

Farbige Landschaften

UNESCO Weltkulturerbe Aït Benhaddou Marokko

Heidi Gustafson

Farbige Erdpigmente

 

Ich freue mich, im aktuellen ARCHITECT@WORK Newsletter über Lehm und seine Potenziale für die Architektur zu schreiben.

Meine erste Begegnung mit Lehm in der Architektur war direkt nach meinem Diplom bei der Mitarbeit am jemenitischen Pavillon der Expo 2000 im Berliner Büro Anderhalten Vauthier und die Begeisterung für dieses Material begleitet mich bis heute.

Lehm ist mehr als nur ein Baustoff – er ist ein kulturelles Erbe, ein ökologisches Versprechen und eine Quelle für gesundes Wohnen. Seit Jahrtausenden prägt er Baukulturen rund um den Globus, von den Lehmburgen in Marokko bis zu den Fachwerkhäusern Mitteleuropas. Lange galt er vielerorts als ein „vergessenes“ Material, das im Zuge industrieller Standardisierung verschwand oder hinter Putzschichten verborgen wurde. Heute jedoch erlebt Lehm eine bemerkenswerte Renaissance. Er verbindet die Weisheit traditioneller Bauweisen mit den Möglichkeiten zeitgenössischer Architektur und eröffnet neue Perspektiven für nachhaltiges, wohngesundes Bauen.

ARCHITECT@WORK ist die internationale Fachmesse für Architekt:innen, Innenarchitekt:innen und Planer:innen und ich bin dankbar für die Möglichkeit, Inspirationen und Innovationen mit Kolleg:innen zu teilen. Außerdem gilt mein Dank denen, die mir Ihre Bilder ergänzend zu meinen Eigenen für den Artikel zur Verfügung gestellt haben.

Der Artikel steht im Deutschen wie auch im englischen zur Verfügung:

https://www.architectatwork.com/de/insights/inspiration/die-sinnlichkeit-des-lehms-zwischen-tradition-und-innovation-1885725

https://www.architectatwork.com/en/insights/inspiration/the-sensuality-of-clay-between-tradition-and-innovation-1885725