Farbe – Material – Zeitgeist // Ganzheitliche Umbaukultur im Bestand

Farbe und Material als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung im Bestand – dieses Thema stand im Zentrum meines Seminars bei der RAL Akademie in Bonn.

Das Seminar richtete sich an Innenarchitektinnen, Architektinnen, Designerinnen und Planerinnen, die Bestandsgebäude mit einem ganzheitlichen Ansatz sanieren, umbauen und atmosphärisch neu gestalten wollen.

Am Vormittag lag der Fokus auf der theoretischen Grundlage: Methoden der Farbgestaltung, die Zusammensetzung von Anstrichmitteln und ihre Wirkung auf Raum und Wahrnehmung, baukulturelle Entwicklungen im Zusammenspiel von Farbe und Material sowie der konkrete Mehrwert, den eine bewusste Farbgestaltung für Atmosphäre und Aufenthaltsqualität im Bestand leisten kann.

Nachmittags verlagerte sich der Fokus in die Praxis. In Gruppenarbeiten wurden anhand konkreter Projekte unterschiedliche Nutzungen bearbeitet und Farbe stets im Kontext gedacht. Ergänzt wurde dies durch Farbabmusterungen im Außenraum und Wahrnehmungsübungen unter wechselnden Lichtbedingungen.

Es war ein intensiver Austausch mit engagierten Teilnehmenden und eine anschauliche Bestätigung, dass Farbe und Material insbesondere im Bestand mehr sind als Oberfläche.

Lernräume für Studierende, Marburg

 
Für umfassendere Projekte schließe ich mich gerne mit anderen Architekt*innen und / oder Innenarchitekt*innen zu einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) zusammen und habe damit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Zur Zeit arbeite ich mit Cibelle de Pádua // plan-id an der Neugestaltung von Lernräumen im denkmalgeschützten Hörsaalgebäude der Phillips-Universität Marburg, die neue Lernkonzepte ermöglichen und nach einem Jahr von Studierenden und Lehrenden evaluiert werden sollen. Es gibt viele farbige Oberflächen und Möbel zu bemustern und Details abzustimmen.

Im nächsten Schritt entwickeln wir ein Ausstellungskonzept für das denkmalgeschützte Foyer des Sechzigerjahrebaus.

´Go for Gold´, Köln

 

Im Rahmen einer Umstrukturierung eines Kölner Gymnasiums ist langfristig auch eine bauliche Veränderung geplant.
Mit dem Projekt ´Go for Gold´ wurde Schülern die Möglichkeit gegeben, mit unterschiedlichen
Materialien Teile ihrer Schule zu vergolden und somit aufzuwerten.

Augusteum Universität Leipzig, Leipzig

 

Die Herausforderung des international ausgeschriebenen Wettbewerbes bestand darin, an dem geschichtsträchtigem Ort der ehemaligen Pauliner Kirche ein Gebäude zu erschaffen,
das den vielfältigen Anforderungen des universitären Betriebes gerecht wird. Der Entwurf mit expressiver und vertikal durchgegliederter Fassade aus Kalkstein und Glas sowie eine kirchenähnliche Aula mit markanten Giebeldach, großem Spitzbogenfenster und Rosette wird diesen Anforderungen gerecht. Im Inneren des neuen Gebäudes wird mit gotisierenden Elementen, Säulen und einem Netzgewölbe an den 1968 gesprengten Vorgängerbau erinnert. Durch einen beweglichen Raumteiler aus Glas wird der Raum in einen sakralen und einen weltlichen Raum unterteilt.
Das Gebäudensemble schafft mit Fluchten, Lichthöfen und Durchgängen die Wiedereinbindung des alten Campus in die bestehende Stadtstruktur und verleiht der Universität Leipzig eine klare Repräsentationsfassade zum Augustusplatz, wie sie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr bestanden hatte.

Hogeschool INHolland, Rotterdam

 

Das Hochschulgebäude wurde in Rotterdam auf dem Kop van Zuid errichtet und ist deutlich von der umgebenden Hafenarchitektur inspiriert. Das aus Stahl und Glas konstruierte Gebäude ist mit einer nachhaltigen Klimahülle nachhaltig geplant. Transparenz und Flexibilität prägen den Hochschulbau: In dem großzügig gestalteten Atrium bieten Hängebrücken und schwebende Ebenen einen kommunikativen (Lern-) Raum. Eine innen und außenliegende Glasfassade ist mit abstrakten blauen Siebdruckstrukturen farbgebendes Element, darüberhinaus ist die Materialsichtigkeit als Gestaltungselement eingesetzt.