Farbe – Material – Zeitgeist // Ganzheitliche Umbaukultur im Bestand

Farbe und Material als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung im Bestand – dieses Thema stand im Zentrum meines Seminars bei der RAL Akademie in Bonn.

Das Seminar richtete sich an Innenarchitektinnen, Architektinnen, Designerinnen und Planerinnen, die Bestandsgebäude mit einem ganzheitlichen Ansatz sanieren, umbauen und atmosphärisch neu gestalten wollen.

Am Vormittag lag der Fokus auf der theoretischen Grundlage: Methoden der Farbgestaltung, die Zusammensetzung von Anstrichmitteln und ihre Wirkung auf Raum und Wahrnehmung, baukulturelle Entwicklungen im Zusammenspiel von Farbe und Material sowie der konkrete Mehrwert, den eine bewusste Farbgestaltung für Atmosphäre und Aufenthaltsqualität im Bestand leisten kann.

Nachmittags verlagerte sich der Fokus in die Praxis. In Gruppenarbeiten wurden anhand konkreter Projekte unterschiedliche Nutzungen bearbeitet und Farbe stets im Kontext gedacht. Ergänzt wurde dies durch Farbabmusterungen im Außenraum und Wahrnehmungsübungen unter wechselnden Lichtbedingungen.

Es war ein intensiver Austausch mit engagierten Teilnehmenden und eine anschauliche Bestätigung, dass Farbe und Material insbesondere im Bestand mehr sind als Oberfläche.

FARBARCHITEKTUR dLV AIT

Farbe als räumliche Strategie

Fondaco dei Tedeschi, Venedig  // Foto: FARBARCHITEKTUR

De Bijenkorf, Amsterdam // Foto: FARBARCHITEKTUR

Retail Directions.

In diesem Jahr bin ich ins Team der AIT-Trendscouts auf der EuroShop 2026, der internationalen Leitmesse des globalen Einzelhandels, nominiert worden. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Architektur, Innenarchitektur und Ladenbau gilt es in diesem Zusammenhang, gestalterische Richtungen zu identifizieren, die den stationären Handel im kommenden Jahr prägen.

Im Vorfeld der Messe habe ich für die Sonderausgabe Retail Spaces, das Insider-Magazin des Deutscher Ladenbau Verband (dLv), den Beitrag „Farbe als räumliche Strategie im stationären Handel“ verfasst.

Darin verstehe ich Farbe als architektonisches Werkzeug: Sie strukturiert Räume, schafft Orientierung und Identität und prägt maßgeblich die Aufenthaltsqualität. Im Wandel des Ladens vom Verkaufsort zum Begegnungsraum und „Dritten Ort“ wird Farbe zum vermittelnden Element zwischen Marke, Nutzung und Ort. In Verbindung mit Materialität und Licht entstehen Räume mit Tiefe und Charakter, die Verweilen erlauben und über den Moment des Kaufens hinaus wirken.

Ich hoffe auf eine Entwicklung, die den stationären Handel als sinnlichen, sozialen und ortsbezogenen Raum weiterdenkt.

Farbe feiern am Pfefferberg

Fotos: Eric-Jan Ouwerkerk

Eine Dekade FARBARCHITEKTUR – gefeiert unter dem Motto „Schillernd“ im Aedes Network Campus in Berlin.

Warum Berlin? Meine Studienzeit dort war eine prägende Lebensphase. Nach vielen Jahren in Köln und vorher in den Niederlanden habe ich mich bewusst entschieden, Berlin wieder stärker in mein Leben zu holen und persönliche wie berufliche Verbindungen zu vertiefen.

Der Pfefferberg bot dafür den passenden Rahmen – ein Ort, an dem mit der Aedes Galerie, der Tchoban Foundation sowie den Ateliers renommierter Künstler Architektur, Kunst und Gastronomie im urbanen Kontext zusammenkommen.

Den Tagesauftakt bildete eine Führung in kleiner Gruppe durch die Ausstellung „Otto Wagner – die Moderne zeigen“ im Museum für Architekturzeichnung, die in Kooperation mit dem Wien Museum entstanden ist.

Die Ausstellung zeigt Otto Wagner als Wegbereiter der Moderne und beleuchtet ebenso seine wegweisende Arbeit in der Innenarchitektur. Wagner zählt zu den wenigen Architekten, denen ein eigener Farbton zugeschrieben wird: das sogenannte „Otto-Wagner-Grün“, auch bekannt als RAL 6011 Resedagrün. Wie sich dieser Farbton in den 1950er-Jahren durch neue Pigmententwicklungen verändert hat, sowie viele weitere spannende Einblicke in Wagners Werk waren Teil des Ausstellungsbesuchs.

In meinem Vortrag „Farbwege“ habe ich persönliche Einblicke in meinen Werdegang geteilt:
Was mich geprägt hat. Welche Entscheidungen richtungsweisend waren und wie sich im Laufe der Jahre Kreise geschlossen haben.

Ohne Licht keine Farbe.

Ein ganz besonderer Moment war daher die Liveschaltung zur Finissage nach Frankfurt, von der aus die Lichtkünstlerin Prof.Jacqueline Hen im Rahmen eines Artist Talks aus der Galerie 3AP heraus eindrucksvoll über ihre Arbeit und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Wahrnehmung sprach.

Kennengelernt habe ich ihr Werk 2018 über die mit dem International Light Art Award ausgezeichnete Installation „Light High“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna. Mich fasziniert die Komplexität und poetische Kraft ihrer Arbeiten.

Den Abend hat DJ hellgA von Female Music Force mit guter Energie gefüllt und für tolle Tanzstimmung gesorgt.

Umbaukultur gestalten.

Kernasanierung eines Denkmals Neugestaltung der Wandflächen mit Kalkputzen

Bestandsräume erzählen Geschichten

Häufige Aufgabenstellung: Weg vom kalten Weiss

Vom 7. bis 9. November findet in Berlin der Innenarchitektur-Summit 2025 statt.
Dieser widmet sich anlässlich des 2022 von der Bundesstiftung Baukultur ins Leben gerufenen „Tag der Umbaukultur“ dem Bauen im Bestand und wird vom Bund Deutscher Innenarchitekinnen und Innenarchitekten ausgerichtet.

Es geht um nachhaltige, ressourcenschonende und zukunftsfähige Lösungen im Umgang mit bestehenden Räumen sowie die sozialen, kulturellen und emotionalen Dimensionen des Bauens. Transformation bestehender Räume nimmt seit Beginn meiner Selbstständigkeit einen großen Teil meiner Arbeit ein, teilweise auch im Denkmalschutz.
Welche Rolle Farben und Materialien in Umbauprozessen einnehmen und welchen Mehrwert ganzheitliche Gestaltungskonzepte bieten, steht hier auch hier für mich im Fokus.

Mentoring.

planM Jahrgang 2025

planM Nathalie Bräuninger

Zwischenworkshop im Künstlerverein Malkasten

Starke Frauen in der Architektur fördern

Ich freue mich sehr, als Mentorin Teil des planM Programms zu sein und fühle mich durch den Austausch mit den Teilnehmerinnen gestärkt und inspiriert.Besonders die Verbindung mit meiner Berliner Mentee ist eine echte Bereicherung!

Das Mentoring-Programm planM unterstützt Frauen aus der Architekturbranche auf ihrem Karriereweg. Es richtet sich sowohl an junge als auch an erfahrene Architektinnen, die sich gezielt auf eine Führungsposition oder den Schritt in die Selbstständigkeit vorbereiten möchten. Ziel von planM ist es, Frauen zu stärken und ihnen das nötige Selbstvertrauen zu geben, um verantwortungsvolle Positionen in der Branche zu übernehmen – und so den Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen.
Architektur Stadtplanung Landschaft Land Menschen

Stadt.Land.Farbe // Internationale Fachkonferenz Deutsches Farbenzentrum

Stadt.Land.Farbe // Internationale Fachkonferenz Deutsches Farbenzentrum

Das Deutsche Farbenzentrum e.V., seit 1962 Zentralinstitut für Farbe in Wissenschaft und Gestaltung, veranstaltet im Spätsommer eine internationale Konferenz zum Thema Stadtgestaltung mit dem Titel „Stadt.Land.Farbe.“. Sie findet vom 27. bis 28. September 2024 in Hamburg an der Fachschule Farbtechnik in Zusammenarbeit mit der HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen) und anderen Kooperationspartnern statt.

Im Zentrum steht die Suche nach Strategien zur farbigen und nachhaltigen Gestaltung unserer Lebensräume. Wir betrachten die Themen öffentlicher Raum, Baukultur sowie Stadt- und Dorfidentitäten aus unterschiedlichen Blickwinkeln (Architektur, Handwerk, Philosophie, Literatur, Kunst etc.).

Farbe ist ein pragmatisches wie effektives Mittel um Plätze und Fassaden atmosphärisch zu gestalten, Vielfalt zu erhöhen, zur Teilhabe anzuregen und stärkt so das Gemeinwohl und die Identifikation mit der Stadt oder dem Dorf – wichtige Aspekte der Stadtentwicklung, die auch in der Neuen Leipzig-Charta sowie der Initiative The New European Bauhaus verankert sind.

Leider ist Farbe, ihre Anwendung und ihre Wirkung, in der Ausbildung zur Architekt*in und Stadtplaner*in höchstens ein Randthema. Das macht es schwer Farbgestaltung den Stellenwert einzuräumen, den es unserer Ansicht nach bräuchte, um qualitativ erlebbare Umfelder zwischen Tradition und Zukunft souverän zu gestalten. Diskutieren Sie mit uns die Möglichkeiten der Einflussnahme auf Stadtgestaltungsprozesse und wie wir an der Qualität von urbanen und ruralen Umfeldern arbeiten können, sehr gerne auch aus handwerklicher Perspektive.

Neben interessanten Impulsen aus unseren eigenen Reihen freuen wir uns auf Beiträge von Belinda Rukschcio (Bauhaus Earth), Prof. Dr. Christopher Dell (Theoretiker, Musiker und Komponist in Berlin), Ellen Schindler (CEO De Zwarte Hond Rotterdam), Jasmin Dieterle-Proesel Berliner Büro MVRDV, Prof. Ralf Pasel – TU Berlin,), Tomislav Topic (Künstler aus Berlin), Dr. Wanja Wedekind (Restaurator aus Berlin), atelier le balto Berlin, Haus der Farbe – Fachschule für Gestaltung in Handwerk und Architektur und vielen mehr.

Neben einer Ausstellung zum Thema finden auch praxisbezogene Workshops sowie eine einstündige Diskussionsrunde statt, welche von Boris Schade-Bünsow (Chefredakteur der Bauwelt) moderiert wird.