Farbe – Material – Zeitgeist // Ganzheitliche Umbaukultur im Bestand

Farbe und Material als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung im Bestand – dieses Thema stand im Zentrum meines Seminars bei der RAL Akademie in Bonn.

Das Seminar richtete sich an Innenarchitektinnen, Architektinnen, Designerinnen und Planerinnen, die Bestandsgebäude mit einem ganzheitlichen Ansatz sanieren, umbauen und atmosphärisch neu gestalten wollen.

Am Vormittag lag der Fokus auf der theoretischen Grundlage: Methoden der Farbgestaltung, die Zusammensetzung von Anstrichmitteln und ihre Wirkung auf Raum und Wahrnehmung, baukulturelle Entwicklungen im Zusammenspiel von Farbe und Material sowie der konkrete Mehrwert, den eine bewusste Farbgestaltung für Atmosphäre und Aufenthaltsqualität im Bestand leisten kann.

Nachmittags verlagerte sich der Fokus in die Praxis. In Gruppenarbeiten wurden anhand konkreter Projekte unterschiedliche Nutzungen bearbeitet und Farbe stets im Kontext gedacht. Ergänzt wurde dies durch Farbabmusterungen im Außenraum und Wahrnehmungsübungen unter wechselnden Lichtbedingungen.

Es war ein intensiver Austausch mit engagierten Teilnehmenden und eine anschauliche Bestätigung, dass Farbe und Material insbesondere im Bestand mehr sind als Oberfläche.

Farbe feiern am Pfefferberg

Fotos: Eric-Jan Ouwerkerk

Eine Dekade FARBARCHITEKTUR – gefeiert unter dem Motto „Schillernd“ im Aedes Network Campus in Berlin.

Warum Berlin? Meine Studienzeit dort war eine prägende Lebensphase. Nach vielen Jahren in Köln und vorher in den Niederlanden habe ich mich bewusst entschieden, Berlin wieder stärker in mein Leben zu holen und persönliche wie berufliche Verbindungen zu vertiefen.

Der Pfefferberg bot dafür den passenden Rahmen – ein Ort, an dem mit der Aedes Galerie, der Tchoban Foundation sowie den Ateliers renommierter Künstler Architektur, Kunst und Gastronomie im urbanen Kontext zusammenkommen.

Den Tagesauftakt bildete eine Führung in kleiner Gruppe durch die Ausstellung „Otto Wagner – die Moderne zeigen“ im Museum für Architekturzeichnung, die in Kooperation mit dem Wien Museum entstanden ist.

Die Ausstellung zeigt Otto Wagner als Wegbereiter der Moderne und beleuchtet ebenso seine wegweisende Arbeit in der Innenarchitektur. Wagner zählt zu den wenigen Architekten, denen ein eigener Farbton zugeschrieben wird: das sogenannte „Otto-Wagner-Grün“, auch bekannt als RAL 6011 Resedagrün. Wie sich dieser Farbton in den 1950er-Jahren durch neue Pigmententwicklungen verändert hat, sowie viele weitere spannende Einblicke in Wagners Werk waren Teil des Ausstellungsbesuchs.

In meinem Vortrag „Farbwege“ habe ich persönliche Einblicke in meinen Werdegang geteilt:
Was mich geprägt hat. Welche Entscheidungen richtungsweisend waren und wie sich im Laufe der Jahre Kreise geschlossen haben.

Ohne Licht keine Farbe.

Ein ganz besonderer Moment war daher die Liveschaltung zur Finissage nach Frankfurt, von der aus die Lichtkünstlerin Prof.Jacqueline Hen im Rahmen eines Artist Talks aus der Galerie 3AP heraus eindrucksvoll über ihre Arbeit und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Wahrnehmung sprach.

Kennengelernt habe ich ihr Werk 2018 über die mit dem International Light Art Award ausgezeichnete Installation „Light High“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna. Mich fasziniert die Komplexität und poetische Kraft ihrer Arbeiten.

Den Abend hat DJ hellgA von Female Music Force mit guter Energie gefüllt und für tolle Tanzstimmung gesorgt.

Vortrag Deutscher Sportstättentag

Schwimmen im atmophärischen Freiraum

Gesunde und gemeinwohlorientierte Sportätten im Fokus

Sport braucht Räume.

Im Rahmen des 3. Deutschen Sportstättentags habe ich einen Vortrag zum Thema „Farbe und Sportstätten“ gehalten.
Im Fokus stand die Fragestellung, wie wir zukünftig atmosphärische, ganzheitliche und gesunde Sportstätten schaffen können, auch im Zusammenhang mit der Transformation von Flächen und Nutzungen. Welchen Stellenwert Material und Farbe dabei einnehmen können wurde in einem Workshopformat diskutiert.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von IAKS Deutschland, Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund und Bundesinstitut für Sportwissenschaft organisiert und durchgeführt und fand im im Rahmend der FSB-Messe für Freiraum, Sport und Bewegung statt. Im Fokus standen gemeinwohlorientierte, gesunde und klimagerechte Ansätze für Planung, Bau und Betrieb.

Im Rahmen eines Innovationswettbewerbs wurden außerdem kreative Konzepte und Produktideen ausgezeichnet, die den Sportraum neu denken und an die Bedürfnisse unserer Gesellschaft anpassen. Die Einreichungen der Studierenden aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur und Design waren toll!

Die intuitive Baukultur der Masai Frauen

WIA Festival 2025: Female African Architects

Projektteam Female African Architects

Workshop mit Lehm und Pigmenten (Kreidezeit)

 

Afrikanische Ornamente in Lehmputz

WIA Festival 2025: Female African Architects

Vom 19. bis zum 29. Juni 2025 fand das erste bundesweite Festival zur Sichtbarmachung von Frauen Architektur, Innenarchitektur, Stadt und Freiraumplanung sowie Bau- und Ingenieurbaukunst, Women in Architecture (WIA 2025) statt. Das Deutsche Farbenzentrum war gemeinsam mit Bauhaus Earth und der Universität Liechtenstein (Fachbereich Urbanismus, Architektur und Gesellschaft) sowie Earth Hub eine der 144 Akteur*innen und beteiligte sich mit dem Projekt „Female African Architects“. Mit dem Projekt stärken wir das Bewusstsein für die Rolle von Frauen in der Architektur Afrikas und wollen einen kulturellen Austausch zwischen globalen Perspektiven und lokalen Traditionen fördern, in dem Farbe und Material eine wichtige Rolle spielen. Dazu fand am Samstag, den 28. Juni 2025, am Berliner Tag der Architektur, mit dem Titel „Vielfalt bauen“, im Forschungspavillon Proto Potsdam ein Symposium mit kleiner Ausstellung, Workshop mit Ulrich Bettentrup von Kreidezeit (Lehm und Farbe) sowie eine Diskussionsrunde statt.

Die Baumeisterin und Hochschuldozentin der Universität Liechtenstein, Cornelia Faisst, beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Baukultur und Frauen in Afrika und hat mit ihrer Ausstellung «Maasai Baumeisterinnen aus Ololosokwan» für das Frauenmuseum Hittisau den Hauptpreis des MAECENAS OE1 Publikumspreis 2018 gewonnen. Sie arbeitet unter anderem gemeinsam mit Martin Rauch, Anna Heringer und hat gute Verbindungen in verschiedene afrikanische Länder. Ein Teil der Ausstellung wurde in Portdam als Pop-Up Ausstellung gezeigt.

Stadtbaukunst

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Foto: Fassadenbeispiel Gartenstadt Falkenberg (Tuschkastensiedlung)

Stadtbaukunst

Für die Januarausgabe des online Magazins moderneRegional mit dem Titel „Bunt!“ habe ich einen Beitrag über Bruno Tauts Gartenstadt Falkenberg (auch Tuschkastensieldung genannt) und die Hufeisensiedlung in Berlin verfasst. Sie gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe und zeigen seinen souveränen Umgang mit Farbe. In der heutigen behutsamen denkmalpflegerischen Betrachtung spielt das Thema Farbe als Material im Bezug auf die Sanierung eine wichtige Rolle.