Farbe als Substanz

Colour Talk // © Shani Nahum

„Analog Gradients“ // © Meyers & Fügmann

Paint as material // © Julia Hausmann

Farbe ist keine dekorative Schicht, die erst am Ende auf ein Produkt aufgetragen wird – und ihre Wirkung reicht weit tiefer als die gängigen Klischees von „Blau beruhigt“ oder „Rot regt an“. Farbe ist Substanz, Struktur und der Beginn jedes Entwurfsprozesses. Sie veranschaulicht Materialeigenschaften und macht Herstellungswege physisch erlebbar.

Während wir Räume und Farben zunehmend am perfekten Bildschirm vordefinieren, fasziniert uns in einer Welt digitaler Renderings die Diskrepanz zur analogen Realität: Wie verändern sich die Anforderungen an die Gestaltung von Farbe, Licht und Materialität, wenn sie im echten Raum auf das unvorhersehbare Wechselspiel von physikalischem Licht und textiler Haptik treffen?

Über diese und weitere Fragen habe ich gemeinsam mit Sarah Meyers und Laura Fügmann (Studio Meyers & Fügmann) und der Designjournalistin Jasmin Jouhar im Rahmen anhand der Finissage der aktuellen Installation des Designduos „Analog Gradients“ bei Modus Möbel Berlin gesprochen.

Laura Fügmann und Sarah Meyers (Meyers + Fügmann) gaben Einblicke in ihre experimentelle Materialforschung, die Entwicklung ihrer jüngsten Vorhangkollektion für Kvadrat sowie die Verwandlung alter Kassettenleuchten in lumineszente, analoge Farbverläufe.
Jasmin Jouhar, renommierte Designjournalistin, führte als Moderatorin durch das Gespräch und verknüpft die Perspektiven von Material, Raum und Designtheorie.

Es war ein wunderbarer Austausch!

Farbe feiern am Pfefferberg

Fotos: Eric-Jan Ouwerkerk

Eine Dekade FARBARCHITEKTUR – gefeiert unter dem Motto „Schillernd“ im Aedes Network Campus in Berlin.

Warum Berlin? Meine Studienzeit dort war eine prägende Lebensphase. Nach vielen Jahren in Köln und vorher in den Niederlanden habe ich mich bewusst entschieden, Berlin wieder stärker in mein Leben zu holen und persönliche wie berufliche Verbindungen zu vertiefen.

Der Pfefferberg bot dafür den passenden Rahmen – ein Ort, an dem mit der Aedes Galerie, der Tchoban Foundation sowie den Ateliers renommierter Künstler Architektur, Kunst und Gastronomie im urbanen Kontext zusammenkommen.

Den Tagesauftakt bildete eine Führung in kleiner Gruppe durch die Ausstellung „Otto Wagner – die Moderne zeigen“ im Museum für Architekturzeichnung, die in Kooperation mit dem Wien Museum entstanden ist.

Die Ausstellung zeigt Otto Wagner als Wegbereiter der Moderne und beleuchtet ebenso seine wegweisende Arbeit in der Innenarchitektur. Wagner zählt zu den wenigen Architekten, denen ein eigener Farbton zugeschrieben wird: das sogenannte „Otto-Wagner-Grün“, auch bekannt als RAL 6011 Resedagrün. Wie sich dieser Farbton in den 1950er-Jahren durch neue Pigmententwicklungen verändert hat, sowie viele weitere spannende Einblicke in Wagners Werk waren Teil des Ausstellungsbesuchs.

In meinem Vortrag „Farbwege“ habe ich persönliche Einblicke in meinen Werdegang geteilt:
Was mich geprägt hat. Welche Entscheidungen richtungsweisend waren und wie sich im Laufe der Jahre Kreise geschlossen haben.

Ohne Licht keine Farbe.

Ein ganz besonderer Moment war daher die Liveschaltung zur Finissage nach Frankfurt, von der aus die Lichtkünstlerin Prof.Jacqueline Hen im Rahmen eines Artist Talks aus der Galerie 3AP heraus eindrucksvoll über ihre Arbeit und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Wahrnehmung sprach.

Kennengelernt habe ich ihr Werk 2018 über die mit dem International Light Art Award ausgezeichnete Installation „Light High“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna. Mich fasziniert die Komplexität und poetische Kraft ihrer Arbeiten.

Den Abend hat DJ hellgA von Female Music Force mit guter Energie gefüllt und für tolle Tanzstimmung gesorgt.

David Chipperfield Architects Berlin

A@W Newsletter DACH // Zwischentöne – leise Farbkonzepte in der (Innen-)Architektur

Note Design Studio, „Habitat 100“ Stockholm | Foto: © Irina Boersma César Machado

A@W Newsletter DACH // Zwischentöne – leise Farbkonzepte in der (Innen-)Architektur

Der ARCHITECT@WORK Newsletter

Farbe wird als architektonisches Gestaltungsmittel häufig mit „bunt“ assoziiert, gilt somit nicht unbedingt als zeitlos seriös und wird deshalb in der Planung oft vernachlässigt. Doch zwischen sehr farbintensiven und den gängigen unbunten Konzepten gibt es eine Vielfalt an Möglichkeiten, die Architektur je nach Proportion, Oberflächen, Lichtverhältnissen und Nutzung durch eine sorgfältig nuancierte Farbgestaltung zu stärken und ein emotionales Raumerlebnis zu ermöglichen.

https://berlin.architectatwork.de/de/aw-newsletter/n/24160/zwischentone-leise-farbkonzepte-in-der-innen-architektur